Kapitel 6

Wir haben uns überlegt uns an Laurence Lenton zu wenden, der regelmäßig in dem London Life magazin inserierte. In einem Anschreiben baten wir um Maßangaben und Stoffmuster. Entschieden hatten wir uns für einen schönen schwarzen Brokatstoff. Das Korsett sollte lang sein, nach dem Vorbild eines Fotos, das William im London Life gesehen hatte.An der Unterkante des Korsetts sollte unter dem Metallverschluss das Kosett weiter zusammengezogen werden können. Außerdem sollte das Korsett vorne von der Taille aufwärts gut 15 cm lang sein.

Unter den Armen mußte es eingeschnitten werden und hoch auf der Rückseite. Die Unterkante sollte ein gutes Stück über den Hüften liegen. Hinter dem Metallverschluß war eine extra Metallplatte anzubringen, damit das Korsett von vorne gerade verläuft.
Wir besuchten ihn, um für das Korsett Maß zu nehmen. Dieses Mal war der Taillenumfang auf 39 cm reduziert. Laurence Lenton hatte die Idee, an der Korsettrückseite platte, feste Stangen einzufügen, in die Schnurlöcher eingestanzt werden sollten.
Der Vorteil besteht darin, daß sich beim Einschnüren die Stäbe nicht rundbiegen, ein Problem, das bei einem schmalen Taillenumfang auftreten kann.
Im Prinzip war es eine gute Idee, aber es bestand die Gefahr, daß die platten Stäbe leicht brechen könnten. Und im Gegensatz von Mme. Lorette war Laurence Lenton gegen Reparaturmaßnahmen. Das könnte also ein teurer Spaß werden.

Schließlich war Ethel auch nicht zufrieden mit den gestanzten Stäben in der Korsettrückseite. Ihr Rücken schmerzte und wir haben daraus gelernt, daß ein solcher Verschluß nur möglich ist, wenn das Korsett auf der Rückseite vollständig geschlossen ist.
Gegen die Rückenschmerzen fertigte Willem aus Stoff einen extra Streifen an, den er beim Schnüren unter das Korsett schob. Den Streifen setzte sie solange ein, bis ihre Rückenprobleme verschwunden waren.
Ein weiterer Vorteil dieser Technik bestand darin, daß Ethel ihr Korsett einfacher selbst schnüren konnte. Da beim Schnüren der Druck auf der Taille am größten war, setzte William ein weiteres Stück Schnur ein, das er nur für den kritischen Bereich an der Taille benutzte.
Die Korsetts von Lenton waren nicht so komfortabel wie die von Mme Lorette. Denn die Korsetts von Lenton waren im Bereich der unteren Rippen enger.
Hätte Ethel schon früh mit tight lacing begonnen, wären ihre Rippen noch so formbar gewesen, wie es Mr. Lenton gerne in seinen Korsettentwürfen nachempfunden hat. Da Ethel jedoch erst später mit dem starken Einschnüren angefangen hat, konnten die unteren Rippen nicht mehr viel verändert werden.

Das nächste von Mr. Lenton angefertigte Korsett betrug im Taillenumfang 38 cm. Das Korsett war aus Kor-settsatin und nicht so lang nach unten geschnitten.
Das Korsett war recht einfach ganz zu zuchnüren und William sollte nicht so schnell Ethels Gesichtsausdruck vergessen, als sie sich im Spiegel betrachtete. William konnte mit seinen Händen ihre ganze Taille umfassen.
Ethel konnte ohne Probleme den ganzen Tag in London auf ihren Pumps mit gut 13 cm Absatz laufen. Ihre gesamte Kleidung war maßgeschneidert, damit ihre schöne Taille sichtbar wurde.
Sie wollte jedoch nicht, daß jeder ihre superschlanke Taille sah und hat sie daher mit ihrem Jäckchen verhüllt. Wenn William jedoch seinen Arm um die Hüfte legte, zeichnete sich die schmale Taille deutlich ab.
Mittlerweile hat William die Öffnung in der Nase vergrößert, die schon seit einiger Zeit ca. 5mm groß war. William ging schrittweise vor und konnte Ethel schließlich einen Nasenring mit einem Durchmesser von 8 mm anstecken. Der Nasenring wurde fixiert mit einer kleinen Halterung, auf deren beiden Enden kleine Diamanten steckten.
Inzwischen traf das dritte Korsett von Mr. Lenton mit einem Umfang von 37 cm ein. Da das Korsett aber im Bereich der untersten Rippen zu schmal war, ließ es sich nicht gut tragen. Ethel und William hofften einen anderen Korsettmacher zu finden, mit dem sie zufrieden sein konnten.

 

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